Geschichte…
Geschichte…
1. Baugeschichte und Entwicklung:
Der dreiseitige gotische Chorabschluss der heutigen Kirche ist das älteste Gebäude in Anderten. Ein Pfründenverzeichnis von 1534 erwähnt bereits die Existenz, Ziegelsteinart und Format sprechen für eine Bauzeit zwischen 1400 und 1450. Die Jahreszahl 1663 rechts im Chorraum erinnert an die Wiedereinweihung nach dem großen Brand von 1661, der fast die Hälfte der Häuser in Anderten zerstörte.
Die Kapellengemeinde Anderten gehörte von Anbeginn bis 1950 zur Jakobi-Kirche in Kirchrode. Aus diesem Kirchspiel gingen auch die Kirchengemeinden Misburg, Bemerode und Wülferode hervor. Aus einer Karte von 1698 von "DeVillers" des Amtes Koldingen geht hervor, dass die Kapelle einen Turm hatte, und eine Eintragung im Kapellenbuch berichtet schon 1619 von der Aufsetzung eines "Wedderhanen". Der Kapellengemeinde geht es vom 17. bis ins 19. Jahrhundert finanziell so gut, dass Darlehen gegen gute Sicherheiten an die Bauern der Gemeinde vergeben wurden. Dieser Wohlstand basiert auf dem Grundbesitz der mit 11 bis 15 Morgen Ackerland angegeben wird. Um 1856 wird eine gründliche Reparatur des „gotischen Bauwerks“ durch den Kirchenvorstand beschlossen, die Gesamtkosten werden dem Kapellenvermögen entnommen. 1884 wird der alte Turm durch einen Neubau für 4833,-- Mark ersetzt. Glocke und Turmuhr kommen 1885, eine neue Orgel 1894 dazu.
1950 wird die Kapellengemeinde eine eigene Pfarrei mit Pastor H. Römisch als erstem Pastor bis 1961. Von 1954 bis 1955 wird die Kapelle mit einem Anbau und Turm in eine Kirche umgewandelt. Die Einweihung erfolgt am 21.8.1955. Am 16.1.1955 besichtigt Landesbischof Dr. Lilje das Anderter Gotteshaus. Die Pläne für den Anbau sind von den Architekten Schäfer und Hübotter aus Hannover.
Im März 1969 wird durch den Erwerb des ehemaligen Bauhofes der Gemeinde Anderten, einem direkt angrenzenden Grundstück, die Voraussetzung für die Gesamtplanung eines Gemeindezentrums mit Kindergarten und neuem Pfarrhaus geschaffen. Die Anderter Architekten Hans-Albert Ahrens und Klaus Loebnitz erhalten den Auftrag für eine Gesamtplanung, die sich in mehreren Bauabschnitten realisieren lässt.
Der erste Bauabschnitt, das neue Pfarrhaus, wird 1970 errichtet, danach 1972/73 der Kindergarten und 1977 der große Gemeindesaal mit Sakristei. Der letzte Bauabschnitt, das Gemeindehaus, wird am 2. September 2001 eingeweiht. Damit ist die Ursprungsplanung nach über 30 Jahren abgeschlossen.
Am 10.12.2000 hat Landesbischöfin Dr. Käßmann mit einem Gottesdienst die Feierlichkeiten aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums als selbständige Kirchengemeinde zu einem krönenden Abschluss gebracht. Dabei hat sie den Gedenkstein für den Neubau enthüllt.
2. Das INNERE DER KIRCHE
Der ALTAR ist nach einem Entwurf von H. A. Ahrens in Sandstein geplant, jedoch aus Kostengründen 1970 aus Strukturbeton mit Anderter Zement ausgeführt worden. Das ALTARKREUZ Bronze, die BRONZETÜR vor den Abendmahlsgeräten und die 12 APOSTEL-LEUCHTER an den Wänden, sind 1955 von Siegfried Zimmermann, Bildhauer in Hannover, ausgeführt worden.
Die KIRCHENFENSTER im Chorraum sind 1960 von Hans Matschinski, Glasmaler in Braunschweig, gefertigt worden.
Das TAUFBECKEN ist eine Stiftung der Ev. Frauenhilfe von 1956.
Die ORGEL auf der Empore wurde 1955 von der Fa. Gebr. Hillebrand, Isernhagen gebaut; sie ist durch das verwendete Material nur begrenzt bespielbar; so dass auch eine gründliche Überholung und Reparatur nur vorläufig Besserung verschaffen.
Die CHORORGEL 1/3 von 1976 der Fa. Wilfried Müller, Arpke, wurde 2002 von der Fa. Hammer, Hemmingen/Hannover, gründlich überholt.
Das große WANDBILD "ST. MARTIN" ist ein Werk der Künstlerin Agata Pistons Etna.
3. Die Namen der evangelischen Prediger in Kirchrode (und damit auch in Anderten)
seit Einführung der Reformation.
Hermann Dreiger (1543)
Berend Lange (1550)
Johannes Brandes (1553 - 1572)
Hinrich Dannenberg (1572)
Konrad Weiberg (1573 - 1603)
Konrad Becker (1603 - 1662)
Georg Meyer (1662 - 1694)
Johann Stein (1694 - 1732)
Ernst Stein (1732 - 1777)
Johann Soltmann (1777 - 1812)
Johann Elbe (1812 - 1837)
Heinrich Deichmann (1837 - 1840)
4. Als Pastoren waren in St. Martin tätig:
Johann Heinrich Böttcher (1849 - 1875)
Rudolf Wentz (1876 - 1900)
Wilhelm Voigt (1902 - 1920)
Gerhard Dittrich (1920 - 1949)
Heinrich Römisch (1949 - 1961)
Hans Krause (1962 - 1979)
Werner Möller (1973 - 1998)
Reinhard Fiola (1982 - 1992)
Bernd Leinung (1992 - 1998)
Helmut Kühl (seit 1999)
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